
Microsoft hat Office 2011 für den Mac frisch in den Handel gebracht und obwohl ich persönlich iWork von Apple vorziehe, habe ich mir natürlich die Möglichkeit nicht entgehen lassen, bei meinem Kollegen einen ersten kurzen Blick auf das Softwarepaket zu werfen.
Benutzeroberfläche und Kompatibilität
Ich fange mal mit dem Offensichtlichen an: Wer das aktuelle Office 2010 für Windows kennt, wird sich jetzt auch am Mac mit Word, Excel und PowerPoint sofort zurechtfinden: Die Benutzeroberfläche ist nämlich auf beiden Systemen nun erfreulicherweise die gleiche. Neben diesem längst überfälligen Schritt hat sich erfreulicher Weise auch hinsichtlich der Kompatibilität von Mac- und Windows-Version was getan. Ob sich tatsächlich wie von Microsoft beworben alle Text-Dokumente, Präsentationen und Tabellen auf beiden Systemen bearbeiten und austauschen lassen, ohne dass Layout und Design darunter leiden, konnte ich bei meinem Schnelltest natürlich nicht überprüfen. Aber zumindest die von mir am PC vorbereiteten drei Textdokumente und zwei Powerpoint-Präsentationen haben einwandfrei auf dem Mac funktioniert und nach kleiner Bearbeitung anschließend auch verlustfrei wieder am Windows-Rechner. Sollte sich bewahrheiten, was sich hier andeutet, hätte Microsoft damit eins der größten Mankos der Vorgängerversion beseitigt. Allerdings muss ich einschränkend anmerken, dass meine Test-Dokumente keine Makros enthielten, die aber laut Microsoft in der Mac-Version neuerdings auch funktionieren sollten – natürlich nur, wenn sie keine speziellen Betriebssystem-Funktionen von Windows nutzen.
Kollaboratives Arbeiten, Vorlagen und Outlook
Neben den eben angesprochenen Neuerungen gibt es noch eine Reihe weiterer, die ich mir beim nächsten Mal vornehmen werde. Interessant klingt z.B. die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen in der “Wolke” zu arbeiten: Dokumente und Präsentationen können mit einem Dienst, der sich “Windows Live SkyDrive” nennt, kostenlos online gespeichert und bearbeitet werden. Ins Auge ist mir auch der “Vorlagenkatalog” gestochen, mit dem man wie in iWork von Apple in einem vorgefertigten Layout recht einfach Grafiken, Medien und Text zu einem hübschen Dokument arrangieren kann. Last but not least gibt es nun auch für den Mac den Email-Client Outlook, der das – wie ich finde – gleichermaßen überladene wie unkomfortabel zu bedienende Entourage aus Office 2008 ersetzt. Wie die Mac OS X Integration von Outlook gelungen ist, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht beurteilen. Und noch ein Hinweis: Outlook ist nur im Home & Business-, nicht aber im Home & Student-Paket enthalten.
Preispolitik
Damit bin komme ich nun auch schon zum Preis. Es gibt zwei unterschiedliche Varianten, die sich im Umfang und untereinander noch einmal in Lizenzen und Preis unterscheiden:
Home & Student mit Word, Excel, PowerPoint und einer Lizenz für 109 €
Home & Student mit Word, Excel, PowerPoint und drei Lizenzen für 139 €
Home-&-Business mit Word, Excel, PowerPoint, Outlook und einer Lizenz für 249 €
Home-&-Business mit Word, Excel, PowerPoint, Outlook und zwei Lizenzen für 379 €.
Fazit
Ob sich die Anschaffung von Office 2011 lohnt, muss natürlich jeder Mac-User für sich selbst entscheiden. Meine persönliche Meinung ist: Alle die bereits die Vorgänger-Version benutzen und professionell damit arbeiten sollten sich die neue Version holen. Neben dem größeren Funktionsumfang, stehen verbesserte Usability und, besonders wichtig, Kompatibiltät von Mac- und PC -Welt auf der Haben-Seite. Wer Office nur gelegentlich und privat nutzt, kann ruhig erstmal bei der alten Version bleiben oder sich für 79 Euro das sehr viel günstigere iWork 09 kaufen.
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